Preisrede

Madeleine Dreyfus

Die Geschichte besteht, man weiss es unterdessen, aus einer Vielfalt von einzelnen Geschichten. Die Kunst der Fachhistoriker besteht darin, uns die Geschichte auf eine Weise zu erzählen, die uns die Geschichten dahinter näher bringt, also auch die von der Geschichte betroffenen menschlichen Schicksale mit einbezieht. Kürzlich wurde Saul Friedländer mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, weil er es verstand, den Opfern der Schoa eine Stimme zu verleihen, indem er Geschichte nicht nur dokumentiert, sondern erzählt. Dieselbe Vorgehensweise wurde dem Flüchtlingsbericht der Bergier-Kommission über die Schweiz im Zweiten Weltkrieg angekreidet – oder lobend vermerkt, je nach politischer Ausrichtung. Genau diese persönlichen Geschichten, die aufzeigen könnten, wie sich in einem bestimmten historischen Moment die Handlungsweise Einzelner und die politische Situation, in der sie leben, überkreuzen und exemplarisch werden, müssen wir Ihnen heute aus Sicherheitsgründen vorenthalten.

2007

Der Paul Grüninger Preis 2007 geht nach Usbekistan

PreisträgerInnen werden geheimgehalten

Eine Frau und ein Mann in Usbekistan erhalten den diesjährigen Paul-Grüninger Preis. Ihre Namen werden von der Paul-Grüninger-Stiftung vorerst geheim gehalten, um die PreisträgerInnen nicht zu gefährden.

Der Paul Grüninger Preis 2007 wird an zwei Personen verliehen, die in der zentralasiatischen Republik Usbekistan für Menschenrechte eintraten und die krasse Verletzung von Menschenrechten öffentlich bezeugten. Die Namen der PreisträgerInnen, die von der St. Galler Stiftung mit je 25 000 Schweizer Franken ausgezeichnet werden, bleiben vorerst anoym. Die Preisverleihung findet am Freitag, 16. November, um 19 Uhr im Katharinensaal St. Gallen statt.